Nihil Novi Sub Sole – das ist der Holländer Marco Kehren (ex-Deinonychs, ex-Bethlehem, ex-Dark Sanctuary), der sich in Alleinarbeit an ebenjenes Ambient-Martial-Projekt herangewagt hat. Mit seiner Scheibe „Jupiter Temple“versucht er, den Terror und die Furcht auszudrücken, die die Menschen während der verschiedenen Kriege im Laufe der Geschichte erleben mussten. Zumindest das ist ihm gelungen, denn die ganze CD ist extrem düster und depressiv. Und sonst… Soll ich ehrlich sein? Ich weiß nicht, was ich schreiben soll.
Ich muss natürlich zugeben, dass ich kein Fan solcher Musik bin, und es wird sicherlich andere geben, die mir nun vehement widersprechen, aber ich kann einfach nicht anders, als zu sagen, dass dieses Album schreeecklich langweilig ist… Kein einziger Höhepunkt, kein einziger Song, der heraussticht, …
Objektiv betrachtet, ist die Konzeption des Albums und überhaupt die ganze Idee, die natürlich nicht viel gestalterischen Freiraum lässt, auf jeden Fall anerkennenswert. An ein solches Thema traut sich nicht jeder heran und deshalb gebührt Herrn Kehren auch ein gewisser Respekt. Dennoch: Musikalisch kann mich der Silberling einfach nicht überzeugen. Dieser „Klangbrei“, der hier dargeboten wird, setzt sich zusammen aus Wimmern, Geschrei, Marschtrommeln und Industrial Sounds. Einfach zu eigenwillig und gleichzeitig zu fad, um es sich länger anzuhören. Man verspürt von Anfang an den Drang wieder auszuschalten, anders kann man es nicht sagen.
Der einzige „Lichtblick“ – wenn man das im Zusammenhang mit dieser Thematik überhaupt so nennen kann – sind die (ausschließlich gesprochenen) Texte. Aufbereitete Sprachdokumente zum Beispiel aus der Zeit des Nationalsozialismus sollen den Hörer aufrütteln und schaffen es, eine wirklich schaurige Atmosphäre zu verbreiten. Wer genau hinhört, wird also durchaus zum Denken angeregt.
Doch genau da liegt das Problem: Während die Texte einen aufmerksamen Hörer fordern, um ihre ganze Tiefgründigkeit zu erfassen, plätschert die Musik so im Hintergrund vor sich hin und schafft es einfach nicht, den Hörer zu fesseln.
Fazit: Wer’s mag… Für mich ist es auf jeden Fall leider nix! 4 von 10 Punkten für die dennoch tiefgründigen Textpassagen und den Mut, ein solches Thema zu bearbeiten, aber mehr ist einfach für mich nicht drin – sorry, Marco!